Bloggito, ergo sum. - Frei nach René Descartes

Airport Extreme Gigabit - Erfahrungsbericht

Seit Langem, seit sehr Langem habe ich einen (immer wieder mal gewechselten) WLAN-DSL-Router (zwei Fritz!Boxen von AVM und einen T-Sinus 154 DSL). Ebenso lange stelle ich die Netzwerkverbindung per Ethernet her, weil es mit der WLAN-Verbindung immer wieder Probleme gab (Neubau, Stahlbetonwände und Decken, Wohnung über 2 Etagen). Da wir nun umgeräumt haben, musste der Mac Pro in den Wohnbereich umziehen. Eine neue Netzwerkverkabelung wäre recht aufwändig, außerdem wird sie kritisch von der besseren Hälfte beäugt: »Wie sieht denn das aus?«. Also WLAN, aber wie am besten?

Sowohl mit der Fritzbox 7050 als auch mit dem T-Sinus über 802.11g ein absoluter Krampf, immer wieder Verbindungsabbrüche, der Durchsatz extrem bescheiden, Spieletauglichkeit faktisch nicht vorhanden. Da es einen vernünftigen DSL-WLAN-Router mit Gigabit-Ethernet (für die Verbindung zur PS3) und 802.11n derzeit nicht gibt, habe ich mich entschieden, die Funktionen zu trennen: die Fritz!Box als DSL-Modem und einen separaten WLAN-Router als WLAN-Zugang und »Wohnungs-Hub« Nach langer Recherche standen letztlich der Linksys WRT610N und die Airport Extreme zur Auswahl. Ich habe mich schlussendlich aufgrund der Integration ins Apple-System für die AE entschieden, preislich nehmen sich die beiden Geräte nichts.

Meine Erwartungen hinsichtlich des Zusammenspiels mit dem Mac Pro wurden von der AE voll erfüllt. Mit dem Airport-Dienstprogramm ist sie sehr komfortabel einzurichten, die volle Entscheidungsfreiheit und Zugang zur Protokollfunktion bekommt man im manuellen Konfigurationsmodus. Die WLAN-Verbindung funktionierte nach dem Einschalten auf Anhieb einwandfrei und ist stabil. Die WLAN-Verbindung wird im Gegensatz zur Fritz!Box sehr schnell aufgebaut. Die MIMO-Technologie der AE wirkt sich hier offenbar wirklich positiv aus, man kann das schön im grafischen Protokoll der WLAN-Verbindung (Airport-Dienstprogramm) nachvollziehen.

Ich habe die AE wegen unserer iPhones aber nicht im reinen n-Modus laufen, weil das iPhone ja leider nur 802.11g beherrscht. Insofern ist die Bandbreite des WLANs von vornherein auf 130 Mbit/s begrenzt. Diese wird ziemlich stabil gehalten und geht nur sehr selten mal runter auf ca. 100 MBit/s, ebenso konstant sind die Signalstärke und das Rauschen. Mit der grafischen Protokollierung wäre der Standort noch zu optimieren, aber der richtet sich eben auch nach ästhetischen Kriterien, obwohl sie ja sehr schick aussieht die Airport Extreme... Ich habe die automatische Wahl des Kanals abgeschaltet und die AE derzeit mit Kanal 4 laufen. Bei der Wahl des geeigneten Kanals war das iPhone mit WiFiTrak sehr praktisch. Damit kann man leicht die belegten Kanäle der Umgebung ermitteln. Das typische Bild: Kanäle 6 und 11 gerammelt voll, ein WLAN auf Kanal 1 und eines auf 9. Ich werde mich da nochmal systematisch durchtesten, evtl. ist die 13 eine gute Option, weil selten genutzt. Angeblich sind die höheren Frequenzbänder in Betonbauten günstiger...

Reichweite, Qualität und Bandbreite des WLANs haben sich durch die AE also auf jeden Fall verbessert, mindestens für die n-Geräte. Die untere Etage ist von fremden WLANs geflutet, Betondecke und massive Wände kommen erschwerend hinzu. Das iPhone hat es also unten ziemlich schwer, auch weil es ja nur im g-Modus läuft. Ich werde wahrscheinlich unten eine Airport Express per WDS einsetzen, um die Wohnung einschl. Balkon usw. voll »auszuleuchten«. Die integrierte WDS-Fähigkeit gefällt mir bei der AE sehr gut, denn sie unterstützt wohl auch WPA2 mit Repeating, was leider längst nicht Standard ist.

Das Video-Streaming vom Mac Pro über die AE auf die PS3 funktioniert nach wie vor nur für geringe Bitraten. Meine Filme mit 2500 kbit/s überfordern die WLAN-Verbindung, Musik wird jedoch anstandslos gestreamt. Sehr gut läuft jetzt allerdings das Kopieren von Filmen vom Mac Pro auf die PS3. Der Kopiervorgang über WLAN ist jetzt fast so schnell wie vorher mit 100 MBit Ethernet-Kabel und macht im Gegensatz zur Verbindung über 802.11g wieder Spaß. Somit steht dem üngetrübten Filmgenuss eigentlich nichts im Wege.

Die Länge des Stromkabels der AE ist übrigens völlig Apple-untypisch beeindruckend! Apple wollte wohl hier die eingesparten Meter beim iPhone gutmachen. Wahnsinn, das sind bestimmt 4 Meter.

Das Zusammenspiel mit der Fritz!Box funktioniert einwandfrei. Die Fritz!Box ist als reines DSL-Modem zu betreiben (einstellbar in den Internet-Einstellungen). Die Internet-Zugangsdaten kommen dann in die AE, die auf »PPPoE« konfiguriert wird und gleichzeitig auch die interne IP-Vergabe per DHCP und die NAT (einschl. Firewall) übernimmt. Die internen IP-Bereiche sind in der AE übrigens gut konfigurierbar.

AE und Fritz!Box sind über Ethernet hinter dem Sofa verbunden. Wie das mit der DSL-Zwangstrennung durch den Provider funktioniert muss ich noch prüfen, im Netz finden sich sehr unterschiedliche Angaben dazu. Zur Zeit habe ich die AE im Modus »Immer online« ohne Trennung laufen. Ich bin auf heute abend gespannt. ;-)